Frau Holle


Frau Holle (ein Märchen nach den Gebr. Grimm) - Bühnenfassung von Dirk Hiemesch
Aufführungsrechte VVB


Der Inhalt

Die brave Marie arbeitet am Spinnrad, als ein junger Bursche vorbeikommt, der Hans. Es stellt sich heraus, dass er der Hans im Glück ist, der einen Klumpen Gold gegen alles Mögliche getauscht hat und nun nichts mehr besitzt als seinen Frohsinn. Damit steckt er Marie an, die sehr unglücklich ist, da die Stiefmutter ihr alle Arbeit überlässt und das freche Mariechen, ihre Schwester, gar nichts tun muss. Die Stiefmutter wird von den Reden des Hans ganz schön an der Nase herumgeführt. Trotzdem ändert sich für Marie nichts, sie muss noch immer fleißig spinnen, so dass sie schließlich blutige Finger bekommt. Als sie die blutige Spindel im Brunnen waschen soll, fällt diese hinein. Ihre Mutter besteht nun darauf, dass sie die Spindel wieder heraufholt. Dabei fällt Marie allerdings selbst in den Brunnen.
Der Brunnen aber ist ein Zauberbrunnen, der sprechen kann. Nun erfahren alle, dass man auf diese Weise zur Frau Holle gelangen kann, wo man - wenn man fleißig ist - gut belohnt wird. Das will sich die Schwester von Marie nicht entgehen lassen. Sie springt auch in den Brunnen und die beiden Mädchen erwachen in einer anderen Welt. Dort herrscht der Wind, ein lustiger Geselle. Aber dann kommt auch noch der Nebel, und schließlich der kalte Frost. Gegen alle diese Gewalten behauptet sich Marie. Sie holt die Brote aus dem heißen Ofen und läßt nicht zu, das der Frost die Äpfel zerstört. Als dann die Frau Holle auftaucht, hilft sie ihr die Betten zu schütteln. Ihre Schwester ist nur faul und tut nichts. Dennoch will sie reich belohnt werden. Frau Holle ist gerecht, so steht die fleißige Marie plötzlich unter einem Goldregen, während Mariechen mit Pech vorlieb nehmen muss. Zum Schluss hat Marie einen guten Vorschlag: Sie teilt ihr Gold mit allen und der Frost läßt es noch einmal schneien.

Das Theaterstück ist für Kinder ab 4 Jahren geeignet.

Personen und ihre Darsteller

Marie(Goldmarie)Anja Bonitz
Mariechen(Pechmarie)Andrea Meyer
Stiefmutterund Frau HolleKarin App
Hansund den NebelManfred App
Fritzund Wind & FrostHerbert Wiemken
REGIEPeter Meyer

Hinter den Kulissen

BühnenbildEgon Schröder
KostümeKarin App
Drum und DranIngrid Wiemken
Hanna Meyer
Catharina Meyer
Peter Meyer
Max Amann

Fotos zum Stück

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Die Autoren

Die Gebrüder Grimm

Kaum ein Kind, das ohne sie aufwächst: Grimms Märchen sind wohl beinahe so etabliert für Kinder wie die Muttermilch für Säuglinge. Dass hinter der bekannten Märchensammlung zwei Brüder stecken, die weitaus mehr in ihrem Leben verrichtet haben, als Geschichten aus dem deutschen Volksgut zu sammeln, ist eher wenigen von denen bekannt, die mit Rotkäppchen oder Schneewittchen einen Teil ihrer Kindheit verbracht haben. Jakob Ludwig Karl Grimm wurde am 04.01.1785 in Hanau geboren, sein Bruder Wilhelm Karl Grimm am 24.02.1786 am gleichen Ort. Der Vater war Jurist. Die Kinder lebten die ersten Jahre ihrer Jugend in Steinau und sie besuchten das Lyceum im Kassel. Seit 1829 bzw. 1839 waren sie Professoren in Kassel, waren Literatur- und Sprachwissenschaftler.

Bereits schon in frühen Jahren begannen sie damit, Sagen und Märchen zu sammeln, die sie in zwei Bänden als Kinder- und Hausmärchen (1812-1815) veröffentlichten und bis zur letzten Fassung (1857) auf eine Märchensammlung von 211 Märchen erweiterten. Die beiden Brüder, die ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Marburg absolviert hatten, widmeten sich in der Folge denn auch konsequent mehr der Literatur und Sprache als den Paragraphen. Jacob Grimm beschäftigte sich bevorzugt mit germanischer Sprach- und Altertumskunde, Wilhelm Grimm befasste sich hauptsächlich mit Text- und Literaturkritik.

Mit ihrer Arbeit gelten die Gebrüder Grimm, insbesondere Jacob Grimm, als eigentliche Begründer der germanischen Sprach- und Altertumskunde und der deutschen Philologie. Nach einem Aufenthalt in Kassel kamen sie um 1830 nach Göttingen. Hier war Wilhelm Grimm als Bibliothekar tätig, sein Bruder Jacob lehrte als Professor deutsche Altertumswissenschaft. Aufgrund eines politischen Engagements wurden beide allerdings 1837 ihrer Ämter enthoben (Aufgrund ihrer Teilnahme am Protest der "Göttinger Sieben" wurden sie des Landes verwiesen), sie mussten nach Kassel zurückkehren. 1841 ließen sie sich auf Einladung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. in Berlin nieder. Hier finanzierten sie sich von Lehraufträgen an der Universität, bis zum Tode Wilhelms lebten sie in einer Art Wohn- und Arbeitsgemeinschaft.

Das bedeutendste Werk von Jacob Grimm ist die Deutsche Grammatik (1819-1837), sie kann durchaus als die Grundlage der deutschen Philologie verstanden werden. Zu seinen weiteren Werken zählen Über den altdeutschen Meistergesang (1811), Deutsche Mythologie (1835) und Geschichte der deutschen Sprache  (1848).

Wilhelm Grimm dagegen setzte sich mit einigen seiner Werke kritisch mit der deutschen Literatur des Mittelalters und auch mit volkskundlichen Themen auseinander, bekannt sind seine Bücher Altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen (1811), Die deutsche Heldensage (1829), Ruolandes liet (1838, Rolandslied) und Altdeutsche Gespräche (1851).

Neben den Märchen sammelten die Brüder übrigens auch Volkslieder, die in Des Knaben Wunderhorn von Achim von Arnim und Clemens Brentano herausgegeben wurden. Ein weiteres umfassendes Werk von Jacob und Wilhelm Grimm ist das Deutsche Wörterbuch, dessen erste drei Bände zwischen 1854 und 1862 erschienen, und das in der Folge bis 1961 von anderen Forschern zur 32-bändigen Sammlung vollendet wurde.

Jakob Grimm starb am 20.9.1863 in Berlin, sein Bruder am 16.12.1859 am gleichen Ort

* Peter Meyer *