Aufführungsrechte: Eigenproduktion
Der gestiefelte Kater
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Ein Müller hinterlässt seinen drei Kindern als einziges Vermögen eine Mühle, einen Esel und einen Kater. Das Verteilen ist rasch geschehen: Der älteste bekommt die Mühle, der Zweite den Esel und der Dritte den Kater. So beginnt das Märchen, in dem der listige Kater die Gunst des Königs erlangt und kühn den Plan verfolgt, seinem Herrn ein Leben in Reichtum und Ehre zu sichern. Kurzerhand ernennt er selbst den armen Müllersohn zum "Marquis von Carabas". Und weil so jemand standesgemäß daherkommen muss, beschwindelt er den König, drängt das Volk zu Falschaussagen und frisst einen verwandelten Zauberer auf. Tatsächlich geht die kühne Strategie des Katers auf, und der Müllersohn heiratet die Königstochter. Der Kater aber wird ein großer Herr bei Hofe - und stellt den Mäusen fortan nur noch zu seiner Zerstreuung nach. |
Das Theaterstück ist für Kinder ab 4 Jahren geeignet.
Personen und ihre Darsteller
| Der Kater | Catharina Meyer | ||
| Hannes | 3 Müllersohn | Peter Meyer | |
| Zauberer | & Lorenz | 1 Müllersohn | Manfred App |
| Prinzessin | Andrea Meyer | ||
| Königin | Karin App | ||
| REGIE | Manfred App / Peter Meyer |
Hinter den Kulissen
| Bühnenbild | Egon Schröder | |
| Kostüme | Waltraut Girts | |
| Drum und Dran | Ingrid Wiemken | |
| Ingrid Martens |
Die
Gebrüder Grimm
Kaum ein Kind, das ohne sie aufwächst: Grimms Märchen sind wohl beinahe so etabliert für Kinder wie die Muttermilch für Säuglinge. Dass hinter der bekannten Märchensammlung zwei Brüder stecken, die weitaus mehr in ihrem Leben verrichtet haben, als Geschichten aus dem deutschen Volksgut zu sammeln, ist eher wenigen von denen bekannt, die mit Rotkäppchen oder Schneewittchen einen Teil ihrer Kindheit verbracht haben. Jakob Ludwig Karl Grimm wurde am 04.01.1785 in Hanau geboren, sein Bruder Wilhelm Karl Grimm am 24.02.1786 am gleichen Ort. Der Vater war Jurist. Die Kinder lebten die ersten Jahre ihrer Jugend in Steinau und sie besuchten das Lyceum im Kassel. Seit 1829 bzw. 1839 waren sie Professoren in Kassel, waren Literatur- und Sprachwissenschaftler.
Bereits schon in frühen Jahren begannen sie damit, Sagen und Märchen zu sammeln, die sie in zwei Bänden als Kinder- und Hausmärchen (1812-1815) veröffentlichten und bis zur letzten Fassung (1857) auf eine Märchensammlung von 211 Märchen erweiterten. Die beiden Brüder, die ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Marburg absolviert hatten, widmeten sich in der Folge denn auch konsequent mehr der Literatur und Sprache als den Paragraphen. Jacob Grimm beschäftigte sich bevorzugt mit germanischer Sprach- und Altertumskunde, Wilhelm Grimm befasste sich hauptsächlich mit Text- und Literaturkritik.
Mit ihrer Arbeit gelten die Gebrüder Grimm, insbesondere Jacob Grimm, als eigentliche Begründer der germanischen Sprach- und Altertumskunde und der deutschen Philologie. Nach einem Aufenthalt in Kassel kamen sie um 1830 nach Göttingen. Hier war Wilhelm Grimm als Bibliothekar tätig, sein Bruder Jacob lehrte als Professor deutsche Altertumswissenschaft. Aufgrund eines politischen Engagements wurden beide allerdings 1837 ihrer Ämter enthoben (Aufgrund ihrer Teilnahme am Protest der "Göttinger Sieben" wurden sie des Landes verwiesen), sie mussten nach Kassel zurückkehren. 1841 ließen sie sich auf Einladung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. in Berlin nieder. Hier finanzierten sie sich von Lehraufträgen an der Universität, bis zum Tode Wilhelms lebten sie in einer Art Wohn- und Arbeitsgemeinschaft.
Das bedeutendste Werk von Jacob Grimm ist die Deutsche Grammatik (1819-1837), sie kann durchaus als die Grundlage der deutschen Philologie verstanden werden. Zu seinen weiteren Werken zählen Über den altdeutschen Meistergesang (1811), Deutsche Mythologie (1835) und Geschichte der deutschen Sprache (1848).
Wilhelm Grimm dagegen setzte sich mit einigen seiner Werke kritisch mit der deutschen Literatur des Mittelalters und auch mit volkskundlichen Themen auseinander, bekannt sind seine Bücher Altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen (1811), Die deutsche Heldensage (1829), Ruolandes liet (1838, Rolandslied) und Altdeutsche Gespräche (1851).
Neben den Märchen sammelten die Brüder übrigens auch Volkslieder, die in Des Knaben Wunderhorn von Achim von Arnim und Clemens Brentano herausgegeben wurden. Ein weiteres umfassendes Werk von Jacob und Wilhelm Grimm ist das Deutsche Wörterbuch, dessen erste drei Bände zwischen 1854 und 1862 erschienen, und das in der Folge bis 1961 von anderen Forschern zur 32-bändigen Sammlung vollendet wurde.
Jakob Grimm starb am 20.9.1863
in Berlin, sein Bruder am 16.12.1859 am gleichen Ort